YogaKula 200h Teacher Training

Das Verständnis von Yoga in die eigene Praxis bringen - Interview mit Katrin Roschangar

Was unterscheidet das yogakula Teacher Training von anderen YogalehrerInnen-Ausbildungen in Wien?

Ein wesentlicher Unterschied ist der Fokus auf Struktureller Yoga-Anatomie. Uns ist es wichtig, dass TeilnehmerInnen mit dem Handwerkzeug von Yoga verstehen, warum sich eine Haltung so anfühlt, wie sie sich anfühlt, welche Strukturen beteiligt sind und wie sich Asanas an unterschiedliche Körper anpassen lassen.

Durch meine Ausbildung zur Structural Bodyworkerin bei Tom Myers, einem der weltweit führenden Experten für myofasziale Anatomie, sowie meine Vertiefung bei Annie Carpenter (SmartFlow Yoga) verbinde ich moderne Bewegungswissenschaft mit traditioneller Yogapraxis. Dieses Wissen zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Ausbildung.

Gleichzeitig legen wir großen Wert auf didaktische Kompetenz. Wer Yoga unterrichten möchte, braucht nicht nur Fachwissen, sondern auch die Fähigkeit, Menschen klar, verständlich und authentisch anzuleiten. Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit Sequencing, Sprache, Stimme und der Kunst, Yogastunden sinnvoll und kreativ aufzubauen.

Was zeichnet euer Teacher Training besonders aus?

Die strukturelle Anatomie ist aus meiner eigenen Geschichte entstanden. Aufgrund einer angeborenen Hüftdysplasie musste ich mich schon während meines Tanzstudiums intensiv mit meinem Körper auseinandersetzen. Ich wollte verstehen, wie Bewegung wirklich funktioniert und warum manche Bewegungsmuster Beschwerden verursachen, während andere den Körper langfristig gesund erhalten.

Die Ausbildung bei Tom Myers hat meine Sicht auf Anatomie grundlegend verändert. Das Konzept der myofaszialen Leitbahnen zeigt, dass unser Körper nicht aus einzelnen Muskeln besteht, sondern als zusammenhängendes Netzwerk arbeitet. Dieses Verständnis hilft dabei, Asanas funktionell zu betrachten, statt nur ihre äußere Form nachzuahmen.

Im Teacher Training lernen die TeilnehmerInnen deshalb, Bewegungen strukturell zu analysieren, individuelle Unterschiede zu erkennen und Asanas an verschiedene Körper anzupassen. Das schafft eine Yogapraxis, die sowohl kraftvoll als auch nachhaltig ist und Menschen über viele Jahre begleitet.

Für wen ist die Ausbildung ideal?

Die Ausbildung richtet sich an Menschen, die ihre Yogapraxis auf einer tieferen Ebene verstehen möchten. Sie eignet sich sowohl für angehende YogalehrerInnen als auch für erfahrene Praktizierende, die sich intensiv mit Anatomie, Bewegung und den philosophischen Grundlagen des Yoga beschäftigen möchten.

Da das Teacher Training auf Vinyasa Yoga basiert, ist Freude an einer dynamischen Praxis hilfreich. Gleichzeitig geht es weit über das Erlernen von Asanas hinaus: Im Mittelpunkt stehen Körperverständnis, funktionelle Bewegung und die Fähigkeit, Yoga individuell und gesundheitsorientiert zu vermitteln.

Was können die TeilnehmerInnen nach der Ausbildung?

Nach Abschluss der Ausbildung verfügen die AbsolventInnen über ein fundiertes Verständnis von struktureller Yoga-Anatomie und funktioneller Bewegung. Sie können Asanas nicht nur anleiten, sondern deren biomechanische Zusammenhänge erklären und an unterschiedliche körperliche Voraussetzungen anpassen.

Sie entwickeln Sicherheit im Unterrichten, lernen, ihre Stimme gezielt einzusetzen und Yogastunden logisch, kreativ und anatomisch sinnvoll aufzubauen. Darüber hinaus erwerben sie fundierte Kenntnisse in Philosophie, Meditation, Pranayama, Bandhas, Sanskrit, Hands-on-Techniken sowie im Einsatz von Hilfsmitteln.

Vor allem aber gewinnen sie ein tieferes Verständnis für den eigenen Körper und entwickeln eine Yogapraxis, die Gesundheit, Bewegungsqualität und Freude langfristig unterstützt – unabhängig davon, ob sie später unterrichten oder die Ausbildung ausschließlich für ihre persönliche Entwicklung absolvieren.

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